Sicherheit braucht Stärke
Lange hofften weite Teile der Gesellschaft, die Zeiten kriegerischer Auseinandersetzungen auf europäischem Boden seien überwunden. Doch die veränderten geopolitischen Rahmenbedingungen zeigen nur zu deutlich: Der Ernstfall kann jederzeit eintreten. Sollte es dazu kommen, leistet der Kreis Warendorf einen wichtigen Beitrag zur Bündnis- und Verteidigungsfähigkeit der Bundesrepublik Deutschland: In der Westfalen-Kaserne in Ahlen ist das Aufklärungsbataillon 7 stationiert, das aktuell weiter ausgebaut wird. Vor Ort machte sich der Vorstand des CDU Kreisverbandes Warendorf-Beckum jetzt ein Bild davon, wie die deutlich aufgestockten Mittel des Verteidigungshaushaltes hier eingesetzt werden.
Über die aktuellen Herausforderungen für die Bundeswehr informierte sich der Vorstand des CDU-Kreisverbandes jetzt in der Westfalen-Kaserne in Ahlen. Copyright: Bundeswehr/Leutnant René Kiszka
Regionale Verwurzelung baut Brücken
Organisiert hatte den Austausch Thomas Kras, Vorsitzender des Freundeskreises Ahlener Soldaten. Beiden Seiten liegt die regionale Verwurzelung der Einrichtung am Herzen, denn sie wissen: Die Kaserne ist nicht nur ein starker Wirtschaftsfaktor, sondern die enge Verbindung zwischen Bundeswehr und Bevölkerung schafft Vertrauen und stärkt die gesellschaftliche Akzeptanz des Auftrags der Streitkräfte.
Drohnenführung als Kernkompetenz
Wie wichtig es ist, dass die Gesellschaft nach der Aussetzung der Wehrpflicht wieder zu einem Umdenken kommt, machte Bataillonskommandeur Oberstleutnant Jörn Ove Kutscher deutlich. Die aktuelle Bedrohungslage sei durchaus real, schilderte er aus Expertensicht. Es gelte, diese zu akzeptieren, entsprechend zu reagieren und passende Fähigkeiten zu entwickeln. Seinem Bataillon kommt dabei eine Schlüsselrolle zu: Ziel der Aufklärungsarbeit sei es, der Kampftruppe im Konfliktfall ein möglichst präzises Lagebild zu vermitteln, wo sich der Gegner befindet, wie er aufgestellt und wie das Gelände beschaffen ist. Unverzichtbar bei der innovativen Kriegsführung: der Einsatz von Drohnen aller Art. „Alle unsere Soldatinnen und Soldaten beherrschen neben dem klassischen militärischen Handwerk auch die Drohnenführung.“
Glaubhafte Abschreckung dient Friedenssicherung
Kritischen Stimmen, die sich gegen das Thema Aufrüstung richten, sei es aus ideologischen oder aus finanziellen Gründen, können Kutscher und seine Mitstreiter ein entscheidendes Argument entgegensetzen: „Die Fähigkeit, in einem Konflikt theoretisch siegen zu können, ist ausschlaggebend dafür, dass ein Konflikt gar nicht erst ausbricht“, nennt er das Stichwort „glaubhafte Abschreckung“. „Diese Voraussetzung müssen wir schaffen, um unsere Verbündeten zu schützen und unsere Demokratie zu bewahren.“ Das sei seine Motivation als „Staatsbürger in Uniform“ im Dienste seines Landes.
Armee mit Innovationskraft
Weg vom „Kasernenmief“ aus der Spätphase des Kalten Krieges – hin zu einer modernen Armee, die solides Soldatenhandwerk mit zukunftsgerichteter Innovationskraft verbindet: Diese Entwicklung wird am Standort Ahlen deutlich sichtbar und beeindruckte die Mitglieder des CDU-Kreisvorstands. Zugleich wurde deutlich, dass Sicherheit und Verteidigungsfähigkeit entsprechende finanzielle Mittel voraussetzen. Kreisvorsitzender Markus Höner bedankte sich für die umfassenden Einblicke und betonte: „Die Westfalen-Kaserne zeigt, welche Kompetenz und welches Engagement wir hier in unserer Region haben. Darauf können wir stolz sein.“
ZUM THEMA
Das Aufklärungsbataillon 7 der mittleren Kräfte in Ahlen hat den Auftrag, am Boden Spähaufklärung und in der Luft unbemannte abbildende Aufklärung zu betreiben. Dafür nutzt die Truppe technische Hilfsmittel wie Fahrzeuge und Drohnen sowie Radar. Im Ergebnis wird ein bedarfsorientiertes, zeitgerechtes und umfassendes Lagebild für die übergeordnete Führung erstellt. Aufklärung wird in nationalen wie auch in multinationalen Einsatzszenarien betrieben. Seit Oktober 2024 ist Oberstleutnant Jörn Ove Kutscher Kommandeur des Aufklärungsbataillons 7. In der Westfalen-Kaserne sind derzeit fünf Kompanien mit rund 1100 Mitarbeitenden sowie Soldatinnen und Soldaten stationiert; im Zuge des Aufwuchses der Aufklärungskompanie 45 und des neuen Wehrdienstes wird sich die Zahl auf bis zu 1600 belaufen.